Krieg in der Ukraine

Blog des Arbeitsbereichs Frieden der Fest in Heidelberg

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Aserbaidschan – eine Autokratie zementiert ihre Macht im Schatten des russischen Angriffskrieges 

Special Issue: Der Krieg in der Ukraine – Positionen und Reaktionen jenseits der westlichen Welt

Folge 1: Aserbaidschan

Florian Aupor *

 © Official Website of the President of Azerbaijan; „16 August 2021, President of Azerbaijan Ilham Aliyev raised the Azerbaijani flag in Kalbajar“, CC BY 4.0

Als sich wenige Tage nach Kriegsbeginn in der Ukraine Hunderte Aserbaidschanerinnen und Aserbaidschaner vor der ukrainischen Botschaft in Baku versammeln und ihre Solidarität mit der Ukraine bekunden, wird dies vom Regime gebilligt. Ein außergewöhnlicher Vorgang in einem Land, das sonst keinerlei Protest oder freie Meinungsäußerung duldet. Nicht umsonst zählt die Menschenrechtsorganisation Freedom House Aserbaidschan in ihrem Bericht von 2022 zu den 16 autokratischsten Staaten weltweit.

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Der Krieg in der Ukraine und seine gesellschaftliche Dimension in Russland 

Katja Makhotina

Grundsätzlich ist es schwierig, die Haltung der russischen Gesellschaft zum Krieg empirisch abzubilden. Eine genaue Statistik ist problematisch, da die Methoden der soziologischen Untersuchung bei einer strafrechtlich tabuisierten Frage nicht die Wirklichkeit widerspiegeln können. Öffentlich seine Meinung gegen den Krieg zu äußern, ist unmöglich, und die Umfragen bilden keine Realität, sondern oft nur das Wunschdenken des politischen Establishments ab. 

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Wie kann der Krieg in der Ukraine enden? – Sechs Szenarien 

Ines-Jacqueline Werkner

Bereits Niccoló Machiavelli konstatierte, dass zwar „jeder einen Krieg nach Belieben anfangen, nicht aber beenden kann“. Das gilt auch für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Putin begann diesen Krieg mit einem massiven militärischen Vorteil. Er dürfte davon ausgegangen sein, in kurzer Zeit das ukrainische Militär zu besiegen, Städte wie Kiew, Tschernihiw, Sumy und Charkiw einzunehmen und die ukrainische Regierung zu stürzen. Diese Taktik ging nicht auf: Die Ukrainer leisteten von Anfang an enormen Widerstand, Russland musste hohe personelle wie materielle Verluste hinnehmen und selbst die notwendige Infrastruktur für das russische Militär funktionierte nicht – sei es der fehlende Kraftstoff für die Panzer oder die unzureichende Versorgung seiner Soldaten mit Lebensmitteln.

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Kriege fallen nicht vom Himmel, auch nicht in der Ukraine: eine Analyse des Eskalationsprozesses

Lotta Mayer

Dass Kriege nicht vom Himmel fallen, sondern durch einen Prozess der Eskalation einst gewaltloser Konflikte entstehen, ist ein Allgemeinplatz der Friedens- und Konfliktforschung. Allerdings findet dieser Allgemeinplatz gerade in der medialen Berichterstattung wenig Beachtung. Entsprechend verwundert es nicht, dass der Krieg in der Ukraine als eine Art Blitz aus heiterem Himmel erscheint – oder allenfalls als etwas, das Teil einer Fortsetzung des Kalten Krieges ist.

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Nicht einfach „Kalter Krieg 2.0“: Die Konfliktstruktur hinter dem Krieg in der Ukraine

Lotta Mayer

Der gegenwärtige Krieg in der Ukraine wird in der Öffentlichkeit oft als eine Art Fortsetzung des Kalten Krieges behandelt. Das allerdings reduziert zum einen die Ukraine auf eine gänzlich passive Rolle – eines „Stellvertreters“ oder gar einer „Marionette“ des Westens etwa. Zum anderen verkennt es die vielschichtige Gemengelage aus verschiedenen Konflikten und zahllosen Akteuren in ganz unterschiedlichen Rollen, aus der heraus der derzeitige Krieg entstanden ist. Ohne ein grundlegendes Verständnis dieser Strukturen aber kann nicht erklärt werden, wie es zu Russlands Krieg gegen die Ukraine kommen konnte; und ebenso wenig kann eine Lösung für den Konflikt oder wenigstens ein Ausweg aus dem Krieg gefunden werden.

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