Blog des Arbeitsbereichs Frieden der Fest in Heidelberg

Autor: FEST Frieden (Seite 1 von 2)

Der Krieg in der Ukraine und seine gesellschaftliche Dimension in Russland 

Katja Makhotina

Grundsätzlich ist es schwierig, die Haltung der russischen Gesellschaft zum Krieg empirisch abzubilden. Eine genaue Statistik ist problematisch, da die Methoden der soziologischen Untersuchung bei einer strafrechtlich tabuisierten Frage nicht die Wirklichkeit widerspiegeln können. Öffentlich seine Meinung gegen den Krieg zu äußern, ist unmöglich, und die Umfragen bilden keine Realität, sondern oft nur das Wunschdenken des politischen Establishments ab. 

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Wie kann der Krieg in der Ukraine enden? – Sechs Szenarien 

Ines-Jacqueline Werkner

Bereits Niccoló Machiavelli konstatierte, dass zwar „jeder einen Krieg nach Belieben anfangen, nicht aber beenden kann“. Das gilt auch für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Putin begann diesen Krieg mit einem massiven militärischen Vorteil. Er dürfte davon ausgegangen sein, in kurzer Zeit das ukrainische Militär zu besiegen, Städte wie Kiew, Tschernihiw, Sumy und Charkiw einzunehmen und die ukrainische Regierung zu stürzen. Diese Taktik ging nicht auf: Die Ukrainer leisteten von Anfang an enormen Widerstand, Russland musste hohe personelle wie materielle Verluste hinnehmen und selbst die notwendige Infrastruktur für das russische Militär funktionierte nicht – sei es der fehlende Kraftstoff für die Panzer oder die unzureichende Versorgung seiner Soldaten mit Lebensmitteln.

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Kriege fallen nicht vom Himmel, auch nicht in der Ukraine: eine Analyse des Eskalationsprozesses

Lotta Mayer

Dass Kriege nicht vom Himmel fallen, sondern durch einen Prozess der Eskalation einst gewaltloser Konflikte entstehen, ist ein Allgemeinplatz der Friedens- und Konfliktforschung. Allerdings findet dieser Allgemeinplatz gerade in der medialen Berichterstattung wenig Beachtung. Entsprechend verwundert es nicht, dass der Krieg in der Ukraine als eine Art Blitz aus heiterem Himmel erscheint – oder allenfalls als etwas, das Teil einer Fortsetzung des Kalten Krieges ist.

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Nicht einfach „Kalter Krieg 2.0“: Die Konfliktstruktur hinter dem Krieg in der Ukraine

Lotta Mayer

Der gegenwärtige Krieg in der Ukraine wird in der Öffentlichkeit oft als eine Art Fortsetzung des Kalten Krieges behandelt. Das allerdings reduziert zum einen die Ukraine auf eine gänzlich passive Rolle – eines „Stellvertreters“ oder gar einer „Marionette“ des Westens etwa. Zum anderen verkennt es die vielschichtige Gemengelage aus verschiedenen Konflikten und zahllosen Akteuren in ganz unterschiedlichen Rollen, aus der heraus der derzeitige Krieg entstanden ist. Ohne ein grundlegendes Verständnis dieser Strukturen aber kann nicht erklärt werden, wie es zu Russlands Krieg gegen die Ukraine kommen konnte; und ebenso wenig kann eine Lösung für den Konflikt oder wenigstens ein Ausweg aus dem Krieg gefunden werden.

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Schwere Waffen für die Ukraine – die richtige Antwort auf Putins Krieg?

Ines-Jacqueline Werkner

Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist von einer Zeitenwende die Rede. Diese zeigt sich auch in der Frage der Lieferung von Waffen. Galt über Jahrzehnte der Grundsatz, keine Waffen in Krisengebiete zu schicken, als oberstes Prinzip deutscher Rüstungsexportpolitik, liefert mittlerweile auch Deutschland Waffen ins ukrainische Kriegsgebiet. Dabei hat die Bundesregierung lange – und auch länger als andere westliche Staaten – mit sich gerungen, der ukrainischen Forderung nach der Lieferung nun auch schwerer Waffen nachzukommen.

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„Die Orthodoxie“ im Krieg 

Irena Pavlović

„Die Orthodoxie“ ist seit Jahren eine gespaltene Orthodoxie. Die aktuelle Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine hat den Konflikt innerhalb der Weltorthodoxie zusätzlich verschärft und das ohnehin niedrig einzustufende gegenseitige Vertrauen und Verstehen zwischen den Kirchen geschwächt.

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Je mehr, desto besser? Sanktionen gegen den russischen Angriffskrieg

Ines-Jacqueline Werkner

Sanktionen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Instrument der internationalen Politik entwickelt: als ein Mittel, das sich nicht mehr im Bereich der Diplomatie, aber unterhalb der Schwelle des militärischen Einsatzes bewegt. Auch der Westen setzt als Reaktion auf Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine in hohem Maße auf Sanktionen. Dabei ist jedoch umstritten, ob und wie genau diese zur Beendigung des Krieges beitragen können. So konstatierte auch der EU-Außenbeauftragter Josep Borrell am Rande eines Treffens der EU-Außenminister am 11. April 2022 in Luxemburg, dass Sanktionen zwar wichtig seien, der Ukrainekrieg aber nicht durch Sanktionen, sondern auf dem Schlachtfeld entschieden werde. Was lässt sich dann aber mit den verhängten Sanktionen gegen das russische Regime erreichen? 

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Zu kurz gesprungen: Das Konfliktverständnis des „Strategischen Kompass“ der EU im Licht des Ukraine-Krieges

Lotta Mayer

Am 24. März 2022, einen Monat nach dem Beginn der militärischen Offensive Russlands gegen die Ukraine, haben die europäischen Staats- und Regierungschefs in der Sitzung des Europäischen Rates den „Strategischen Kompass“ gebilligt. Dieses Dokument (betitelt „Ein Strategischer Kompass für Sicherheit und Verteidigung – Für eine Europäische Union, die ihre Bürgerinnen und Bürger, Werte und Interessen schützt und zu Weltfrieden und internationaler Sicherheit beiträgt“) soll die neue Grundlage für die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU bilden.

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